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Racereport: Ironman Austria 2015

Ich sitze gerade im Klagenfurter Europapark bei einem Picknick und höre über den Lautsprecher die Hawaii-Slot Vergabe. Es fühlt sich sehr komisch an wenn man weiß, dass ein „JA“ zu einer erneuten Teilnahme an der Weltmeisterschaft beim Ironman Hawaii genügen würde und trotzdem werde ich das Rennen aus diversen  Gründen nur am TV-Gerät verfolgen.

Dass ich überhaupt in so eine Lage kommen würde hätte ich mir vor dem Rennen nie erträumt. Meine Trainingsumfänge in diesem Jahr waren ein einziges Auf und Ab. Zudem fehlten mir einige Radkilometer sowie lange Trainingseinheiten auf mein gewohntes Level. Einzig meine Laufform bescherte mir Zuversicht. Der Negative Höhepunkt war dann knapp einen Monat vor dem Rennen die Diagnose Nebenhöhlenentzündung mit Antibiotika Einnahme und 2 Wochen Sportverbot.

Mit diesen Vorzeichen stand ich also am Sonntag an der Startlinie zu meiner bereits 7. Langdistanz. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Rennen hatte ich mir kein Zeit- oder Platzierungsziel gesetzt. Meine eigene Vorgabe war einfach das Rennen so gut es geht zu genießen und einfach locker zu bleiben.

Nach einer kurzen Schrecksekunde vor dem Start, ich fand den Zugang zum Startbereich nicht, ging es mit der ersten Welle der Agegrouper los. Durch den heuer beim Ironman Austria erstmalig durchgeführten Wellenstart war die erste Disziplin sehr angenehm. Die 300 Athleten verteilten sich rasch und so konnte ich ohne viele „Feindberührungen“ meinen Rhythmus durchschwimmen. Nach 2,8 km in den See hinaus und zurück schwimmt man in den Lendkanal. Einem 4m breiten Abfluss des Wörthersees. Zu beiden Seiten des Kanals stehen tausende Zuschauer. Gepusht von den lauten Massen versucht ich gegen Ende hin noch einmal Gas zu geben. Am Ende standen 57 Minuten auf der Uhr. Sehr zufrieden mit dieser Zeit machte ich mich auf den Weg durch die extrem lange Wechselzone.

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Auf dem Rad versuchte ich mich aufgrund meiner fehlenden Radkilometer zu Beginn möglichst zu schonen. Durch den Wellenstart waren nur sehr wenige andere Teilnehmer um mich herum. Ich fuhr ca. 80 % der Zeit komplett alleine und ohne einen Mitstreiter vor oder hinter mir zu sehen. Auf der ersten Runde lief alles perfekt doch bereits zu Beginn der zweiten Runde machte sich ein Tief bemerkbar. Ich versuchte einfach locker weiterzufahren und nicht zu viel Energie zu verbrauchen. Gegen Ende des Radabschnittes machten sich im Wiegetritt bereits erste Krampfansätze bemerkbar. Wie schon bei so vielen Rennen war ich zum Ende des Radfahren komplett leer. Ich freute mich trotzdem auf das Laufen, da ich üblicherweise am Marathon meine Stärken ausspielen konnte. Nach 5:02 h sprang ich vom Rad und lief in Richtung Wechselzelt.

Trotz der leeren Beine konnte ich von Beginn an auf der Laufstrecke ein recht konstantes Tempo anschlagen. Ich versuchte mich am Anfang etwas zurückzuhalten. Bei 10km machte ich erste Hochrechnungen und stellte fest, dass es bei meinem aktuellen Tempo zu einem Traummarathon unter 3h reichen könnte. Motiviert durch dieses Ziel konnte ich das Tempo weiter hochhalten. Durch die vielen bekannten Gesichter an der Strecke wurde ich immer weiter vorangetrieben und die Kilometer flogen nur so dahin. Auf den letzten 10 Kilometer machten sich dann deutliche muskuläre Probleme bemerkbar. Mein linkes Sprunggelenk konnte ich nicht mehr richtig abwinkeln und beide Waden waren hart wie Beton. Die Aussicht auf die Ziellinie ließ mich aber all diese Schmerzen vergessen. Auf den letzten 5km wagte ich erstmals einen Blick auf meine Gesamtzeit. Motiviert von den Gedanken auf eine deutliche persönliche Bestzeit gab ich auf den letzten Kilometer nochmals alles. Bereits einen Kilometer vor dem Ziel brüllte ich meine Freude heraus. Das Gefühl auf die Finishline abzubiegen war dann einfach unbeschreiblich schön. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass ich nach einer solch durchwachsenen Vorbereitung zu so einer Leistung gereicht hatte und war überglücklich im Ziel. Mein Zieleinlauf wurde sogar Live im Fernsehen übertragen. Im Ziel zeigte meine Uhr eine 3:04 Marathonzeit und eine Gesamtzeit von 9:09 h. Das war der 26. Platz Gesamt 14. Agegrouper und 2. Platz in meiner Altersklasse.

Vielen Dank an alle die Zuhause mitgefiebert haben und mir vor und nach dem Rennen Glückwünsche geschickt haben.
Herzlichen Dank an die vielen bekannten Gesichter auf der Strecke die mich sensationell unterstützt und angefeuert haben!
Das Team Wyss, das Trumer Tri Team und natürlich der besten Betreuerin die es gibt, meiner Melina!
…und Hawaii gibt’s hoffentlich trotzdem nochmals 😉

…und plötzlich war Rennwoche

…und plötzlich war Rennwoche!

Im Anschluss an die Challenge Roth war eine Pause dringend notwendig. Zwei Wochen ohne geregeltes Training. Dann kam so langsam wieder mehr Schwung ins Training. Es standen einige Wettkämpfe auf dem Plan. Beim Allgäutriathlon war ich mit meinem Team des SV Wacker Burghausen über die sehr harte olympische Distanz am Start. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung konnten wir uns den Sieg in der Landesliga Süd und somit den Aufstieg in die Bayernliga sichern! Ich freue mich schon nächstes Jahr mit den Jungs ordentlich Gas zu geben.

Im Anschluss versuchte ich eine vernünftige Langdistanzvorbereitung durchzuziehen was mir nur bedingt gelang. Ich startete beim hügeligen Wallerseelauf Halbmarathon den ich an sechster Stelle in 1:23:34 beenden konnte.

HM

Am Wochenende stand beim Walserdorflauf meine letzte schnelle Laufeinheit vor dem Saisonhöhepunkt auf dem Plan. Mit angezogener Handbremse lief ich die 10km in 36:30min.

Und plötzlich war sie da: die Rennwoche.

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Am Mittwoch ging’s für mich auf nach Mallorca. Am Samstag steht für mich der letzte Saisonhöhepunkt an bevor es in die Pause geht.
Meine Erwartungen an das Rennen sind aufgrund meiner durchwachsenen Vorbereitung nicht sehr hoch. Ich versuche einfach mein Rennen durchzuziehen, Spaß zu haben und dann schauen was am Ende herauskommt.

Mitfiebern kann man am Samstag unter http://eu.ironman.com/triathlon/coverage/live.aspx.

Ich melde mich wieder mit einem Rennbericht. Bis dahin einen schönen Herbst 😉

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Saison 2014: Linztriathlon

Am Samstag stand ich bereits zum vierten Mal in Linz an der Startlinie. Nach meinen ersten Testwettkämpfen in Innsbruck (10km Lauf: 34:55 min) und der Sprintdistanz in Waging (1:04:40h) ging es diesmal über die Mitteldistanz. Meine Vorbereitung verlief nicht optimal. Ich fühlte mich nicht gut ausgeruht, trotzdem versuchte  ich zuversichtlich zu bleiben. Gleich nach dem Startschuss konnte ich mich gut freischwimmen und dem großen Gedränge aus dem Weg gehen.

Die erste Runde verging ohne große Probleme. Beim Landgang lag ich ca. an zehnter Position. Ich merkte bereits das ich gut unterwegs war und sich der Abstand auf die Spitze in Grenzen hielt.

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Nach 29min hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen und rannte die ca. 500m in die Wechselzone schnappte mir mein Rad und los ging’s auf die 45km Runde die zwei Mal zu absolvieren war. Gleich drei Kilometer nach der Wechselzone folgt ein langgezogener Anstieg. Ich versuchte sofort Druck zu machen und mit meinen Konkurrenten mitzufahren. Die ersten 20 km hatte ich noch einige Begleiter am Hinterrad dann war ich alleine und sah weder vor noch hinter mir Mitstreiter. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Wetter optimal. Doch dies sollte sich im zweiten langen Anstieg der Runde ändern. Innerhalb von wenigen Minuten begann es wie aus Kübeln zu regnen. Vor allem in den Abfahrten fuhr ich mit allergrößter Vorsicht. Kurz vor Ende der ersten Runde schloss eine Gruppe von ca. 4 Athleten zu mir auf. Mit diesen Begleitern ging es auch auf die zweite Runde. Ein erneuter Wolkenbruch bahnte sich an. Doch dieses Mal sollte es nicht nur Regen sein. Zehn Minuten lang hagelte es. Bei Geschwindigkeiten über 30km/h ist das ordentlich schmerzhaft! Nach dem den Fahrern vor mir Zuschauer die Platzierung zugerufen hatten begann ich zu realisieren das ich weit vorne im Rennen lag. Motiviert von diesen Gedanken versuchte ich auf den letzten Kilometern vor der Wechselzone nochmals Gas zu geben. Mit mehreren Radfahrern kam ich in die Wechselzone.

Bike

Durch einen schnellen Wechsel konnte ich bereits einige Positionen gut machen. Nun ging es wiederum in zwei Runden der Donau entlang bis zum Kunstmuseum Lentos und wieder zurück. Schulter an Schulter lief ich die ersten 2km mit zwei Athleten aus der Wechselzone doch diese mussten bald abreißen lassen. Nun begann ich nachzudenken. Ich lag an dritter Position!!! Ich versuchte einfach locker zu bleiben und mein Tempo weiter durchzuziehen. Meine Uhr zeigte konstant ein Tempo von 3:50min pro Kilometer an. Durch die Brückenüberquerungen bekam man ein gutes Bild was hinter einem passierte. Ich konnte bei der ersten Möglichkeit niemanden erkennen der mir folgte. Zwei Kilometer vor dem Wendepunkt blies der Wind frontal von vorne und ließ somit mein Tempo etwas langsamer werden. Am Wendepunkt angekommen überraschte mich, dass ein Athlet von hinten herangestürmt kam. Es war Karl Prungraber, mehrfacher Österreichischer Staatsmeister im Duathlon und ein exzellenter Radfahrer und Läufer. Ca. 1km nach der Wende holte er mich ein. Ich fühlte mich gut und versuchte einfach dranzubleiben. Es begannen einige taktische Spielchen mit Tempoverschärfungen und dann wieder recht lockerem Tempo.

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Bis zu Beginn der zweiten Runde konnte ich mitgehen dann musste ich leider reißen lassen und konnte die Lücke nicht mehr schließen. Von hinten drohte keine Gefahr mehr und ich konnte mein Rennen nach Hause laufen.

Die Form scheint zu stimmen ich bin zuversichtlich für meinen ersten Saisonhöhepunkt in Roth!

Aber jetzt heisst es erstmal Pause!

Splitzeiten:

Swim: 29:01min Bike: 2:27:30 h Run: 1:25:25 h Gesamt: 4:24:43h
Gesamt 4. Platz Altersklasse Elite 1: 2. Platz.

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Kona Diary: Tag 1

Am Samstagabend Hawaiianischer Zeit erreichte ich nach 30 Stunden Reise über Frankfurt und San Francisco Big Island. Ab 4 Uhr konnte ich aufgrund des Jetlags nicht mehr schlafen was allerdings perfekt in meinen Trainingsplan passte da ich am Morgen am Pier die Schwimmstrecke besichtigen wollte. Gleich bei meiner ersten Trainingseinheit konnte ich eine Schildkröte beim schwimmen beobachten. Das Schwimmen selbst ist erstaunlich entspannt da die Wellen kaum zu spüren sind. Mal schauen was am Samstag am Ende für eine Zeit steht…

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Jetzt wird’s ernst…

In den letzten Wochen holte ich mir noch etwas Tempohärte beim Tiroler Firmenlauf sowie beim Walserdorflauf.

Die 5,2 km beim Tiroler Firmenlauf konnte ich in 17:45min hinter mich bringen. Ich war selbst überrascht da solche schnellen Einheiten aufgrund meines Ironman Trainings eher spärlich gesät sind.

Eine Woche darauf stand nochmals ein Lauf an diesmal über 10km. Ich lief mit dem Ziel los mich so lange wie möglich in der Spitzengruppe zu halten. Dies gelang mir die ersten von zwei Runden sehr gut. Mit Blick auf das Tempo um die 3:15 min/km war mir klar, dass ich das nicht über die gesamte Distanz durchhalten kann. Ab Kilometer 7 lief ich das Rennen kontrolliert ins Ziel. Meine Zeit von 35:43 min reichte sogar fürs Stockerl in der Allgemeinen Klasse.

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Diese Ergebnisse stimmen mich sehr zuversichtlich. Vor allem am Laufen sollte es nicht scheitern…aber man weiss ja nie wie man die Hawaiianische Hitze verträgt.

Das Training ist soweit abgeschlossen nun gilt es noch die letzten organisatorischen Dinge zu erledigen.

Und vor allem Erholung Erholung.

Am Samstag geht’s dann ab Richtung Hawaii. In ca. 30h über Frankfurt und San Francisco nach Kona. Ich freu mich!

Aloha Berny

 

 

Morgen ist Ötztaler … für mich nicht.

Nachdem ich mich heuer relativ spontan zur Verlosung für die begehrten Startplätze angemeldet habe und tatsächlich einen Platz ergattert habe, freute ich mich die letzten Wochen richtig auf diesen „langen Tag“. Als dann letzte Woche die erste seriöse Wetterprognose erschien kam bei mir die Ernüchterung. 238km bei Regen bzw. Schnee am Timmelsjoch? Nein danke!
Zudem kann ich bei „Kälterennen“ vor allem beim Radfahren nie meine gewünschte Leistung abrufen.

Aus sportlicher Sicht ist diese Entscheidung natürlich nicht fair den Radsportlern gegenüber die keinen Startplatz bei der Verlosung erhalten haben. Allerdings steht mein absoluter Höhepunkt in diesem Jahr noch bevor. Aus diesem Grund ist für mich die einzig richtige Entscheidung morgen nicht zu starten und keine/n Verkühlung/Sturz/etc. zu riskieren.

Die nächste Woche steht somit nicht im Zeichen der Regeneration sondern des Triathlon-spezifischen Trainings. Als Tempoanreiz geht’s am Sonntag nach Zell am See zum Ironman 70,3 wo ich als Staffelschwimmer die 1,9km lange Strecke zurücklegen werde.

Ich wünsche allen Teilnehmer des Ötztaler Radmarathon gutes Wetter und ein unfallfreies Rennen.

Aloha!