Archiv der Kategorie: racereport

Racereport: Ironman Mallorca

Das gestrige Rennen war für mich ein perfekter Saisonabschluss bei dem ich endlich wieder mal alles abrufen konnte. Ich bin voll zufrieden auch wenn‘s für den Hawaii Slot, der im Hinterkopf herumspukte, nicht gereicht hat.

1235232_10203583055554994_4587568965548022534_nDank an Gruber Josef fürs anfeuern und die Fotos!

Bei traumhaften Wetter ging’s um 7:35 in der Bucht von Alcudia los. Gestartet wurde mittels Landstart. Ich befürchtete eine ziemliche Action beim Start durch das reinlaufen allerdings bewahrheitete sich das nicht. Ich kam recht gut in den Rhythmus und versuchte an den Beinen meiner Mitstreitern mitzuschwimmen. Nach 600m hörte ich einen Schrei einer der Teilnehmer unter Wasser. Als ich darüber nachdachte was das zu bedeuten hatte griff ich auch schon in die Nesseln einer Qualle. Beim Landgang nach ca. 2,1km hatte ich bereits eine ordentliche Beule auf dem Unterarm. Ansonsten war das schwimmen wenig ereignisreich. Nach 56:40 min wurde ich an Land gespült und sprintete den 200m langen Weg in die Wechselzone. Auch wenn die Schwimmzeit anderes vermuten lässt so richtig überragend war das nicht.

10653735_10203583055674997_1965445310806361034_n

Auf dem Rad ging‘s zuerst recht flach mit einigen Wellen Richtung Arta. Es bildeten sich sofort riesige Gruppen. Das ist aus meiner Sicht das einzige Manko von einem ansonsten Top organisierten und wunderschönen Rennen. Bei Kilometer 120 ging‘s dann hinauf zum berühmten Kloster Lluc. Bis dorthin war‘s leider eine unglaubliche Windschattenfahrerei. Nach 60 Kilometer habe ich meine Beine das erste mal so richtig gespürt und schon Befürchtungen gehabt das die Beine heute nicht so gut sind. Als es dann in den Anstieg ging versuchte ich mit Druck hochzufahren. Oben angelegt bekam ich meinen ersten Krampf und konnte nicht mehr richtig rund treten. Mit einigen Salztabletten versuchte ich das Problem in den Griff zu kriegen. Im Anschluss an die Abfahrt fuhr ich ca. 20km alleine gegen den Wind bis wieder eine riesige Gruppe von hinten kam. Meine Beine waren so richtig leer und ich fragte mich ob ich überhaupt noch laufen konnte nach den Krämpfen. Als ich in der Wechselzone nach 5:13 Stunden Abstieg merkte ich das meine Läuferbeine relativ locker waren.

10678531_10203583063995205_8546578781380637952_n

Beim rauslaufen versuchte ich dieses mal nicht wie in Roth mit 3:45 min/km anzulaufen sondern etwas kontrollierter. Es war ein verwinkelter Rundkurs mit 4,5 Runden zu durchlaufen. Von Beginn an ernährte ich mich von Cola dazu an jeder zweiten Labstation ein Gel. Meine Ernährungsstrategie funktionierte dieses Mal perfekt. Meine Durchgangszeit auf dem Halbmarathon war ca. 1:30. Ich hoffte darauf endlich einmal meinen Traum zu verwirklichen und endlich sub 3:10 zu laufen in einem Triathlonbewerb. Die Runden vergingen relativ schnell ich setzte mir immer kurzfristige Ziele. Als ich mir endlich das Rundenband für die vierte Runde abholte zeigte mein Blick auf dir Uhr dass es sich ausgehen könnte mit 3:09. Mein Problem war ich hatte mich auf meine GPS Uhr verlassen und startete bei Kilometer 40 einen langgezogenen Zielsprint. Als ich laut meiner Uhr bei 42km war hatte ich noch die gesamte Strandpromenade. Aber auch diese letzten Meter konnte ich noch bewältigen und nach 9:28h die Finishline überqueren. Letztendlich sind es dann 3:12h geworden immerhin schneller als Timo Bracht den ich in der ersten Runde überholt hatte. Im Ziel war ich sehr zufrieden endlich beim Wettkampf gezeigt zu haben was sich im Training angedeutet hatte.

Für die Hawaiiquali war die Konkurrenz heute einfach zu stark. Generell waren sehr viele schnelle Altersklassen Athleten unterwegs. Die ersten drei meiner Altersklasse sind alle unter den Top 20 zu finden und unter 9:07 h geblieben was auf diesem Kurs wirklich eine sensationelle Leistung ist.

Jetzt bin ich froh dass die Saison mit diesem würdigen Abschluss beendet ist. Nun heisst es ein wenig Abstand vom Triathlonsport und vom geregelten Training gewinnen um dann mit vollem Elan in die neue Saison zu starten.

Schöne Grüße aus Mallorca

Bernhard

Challenge Roth: „Ironman Hawaii Sieger Bezwinger“

Der gestrige Tag ist ganz schnell zusammengefasst:

HEISS!

Begonnen hat er für mich bei angenehmen 21 Grad im Main Donau Kanal in Hilpoltstein. Ich durfte, in der ersten Startwelle um 6:30 Uhr, gemeinsam mit allen Profis starten. Bereits im Wasser war die Kulisse der unzähligen Zuschauer beeindruckend.

Swim

Nach dem Startschuss ging es gleich ordentlich zur Sache und ich versuchte am Sog der vielen schnellen Schwimmer dranzubleiben. Dies gelang mir sehr gut ich konnte immer den Anschluss an schnellen Schwimmern halten. Nach der ersten Wendeboje ging es vorbei an den gesamten Zuschauermassen. Selbst unter Wasser konnte man die Anfeuerungen hören. Rund 57 Minuten dauerte es bis ich aus dem Main-Donau-Kanal steigen konnte. Nach einem schnellen Wechsel stieg ich euphorisiert auf das Rad. Auch auf den ersten Kilometern der Radstrecke standen die Zuschauer dicht gedrängt. Ich versuchte mich bewusst zurückzuhalten um nicht gleich am Anfang zu überpacen.

Gemeinsam mit meinen Mitstreitern ging es vorbei an der Biermeile und den Selingstädter Berg hinauf Richtung Greding. In jedem noch so kleinen Dorf wurden wir Athleten lautstark von den Anrainern angefeuert. So rollte es richtig gut. Ich bremste mich immer wieder mit dem Spruch, dass das Rennen erst bei 120km auf dem Rad beginnt.

Bei Kilometer 70 ging es dann zum ersten Mal auf den Solarer Berg. Ab der Ortseinfahrt von Hilpoltstein sieht man bereits die Menschenmassen. Ein unbeschreibliches Gefühl ist es um die Kurve zu biegen und zum ersten Mal diese Szene während dem Rennen zu erleben! Ein Moment den ich nie vergessen werde.

 

Blick auf den Solarer Berg (c) Challenge Roth

DSC03532

1,5km Dauergrinser

 

Nach einer kleinen Schleife ging’s vorbei am Schwimmstart auf die zweite Runde. Ab diesem Zeitpunkt war ich gefühlt nur mehr am überholen, da nun sehr viele Starter auf der Strecke waren. Meinen Verpflegungsplan konnte ich sehr gut einhalten und so verlief auch die zweite Runde ohne größere Vorkommnisse, außer dass sich die Beine schön langsam meldeten. Die Stimmung des Solarer Bergs trug mich bis in die zweite Wechselzone. Die Vorfreude auf den Marathon hielt sich sehr in Grenzen. Trotzdem gings nach nur einer kurzen Verschnaufpause in der Wechselzone weiter. Die Rennzeit von 5:50h ließ mich träumen. Ein 3:10h Marathon reichte aus um unter 9h Gesamtzeit zu bleiben. Die ersten Kilometer versuchte ich sehr locker anzulaufen. Bei Kilometer 5 gings dann in die Einsamkeit. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine größeren Probleme mit der Hitze. Doch von einem Moment auf den anderen wurde sie für mich unerträglich. Mein Laufen fühlte sich plötzlich überhaupt nicht mehr rund an und wurde eher zu einem schleppen. Bei der nächsten Labestation musste ich stoppen und leerte einige Becher Cola in mich hinein. Ich hatte Probleme mich auf den Beinen zu halten. Ich versuchte weiterzulaufen musste aber nach einigen Metern wieder stoppen. Mein Ziel von unter neun Stunden war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr in meinem Kopf es ging nur mehr ums überleben. Ich konnte mich schlussendlich doch motivieren bis zur nächsten Labestation zu laufen. Bei jeder Labestation gabs Melone und 2-3 Becher Cola. Entgegen meiner eigenen Erwartungen hatte ich mich bis zur Halbmarathonmarke aus meinem Tief erholt. Ich definierte ein neues Ziel: Marathon Negativsplitting. Nach meiner verpatzten ersten Hälfte wollte ich wenigstens die zweite solide durchlaufen. Dies gelang mir erstaunlich gut.

DSC03540

Kurz vor dem Ziel kam dann mein persönliches Highlight des Tages. Ich konnte Pete Jacobs überholen. Auch er musste der Hitze Tribut zollen und hatte einen Wandertag eingelegt. Das abklatschen mit dem Ex-Weltmeister gab mir nochmals einen ordentlichen Motivationsschub für die letzten Kilometer. Auf der Schleife durch die Rother Innenstadt war nochmals eine sensationelle Stimmung so vergingen die letzten Kilometer wie im Flug. Mit neuen persönlichen Bestzeiten in den ersten beiden Disziplinen konnte ich trotz der Probleme beim Laufen zufrieden die Finishline überqueren.

DSC03541

 

Meine Zeit blieb bei 9:25h stehen was ebenfalls eine neue PB ist und gleichbedeutend mit dem 3. Platz in der AK M25 und bester Österreicher.

Sollte jemand den Gedanken im Kopf herumschwirren haben einmal in seinem Leben eine Langdistanz zu machen dann würde ich demjenigen Roth empfehlen. Die unglaubliche Stimmung an der Strecke sowie die Freundlichkeit eines jeden freiwilligen Helfers ist wirklich sensationell!

Vielen Dank für die vielen Glückwünsche sowohl vor dem Start als auch „im Ziel“.

Mit Vollgas in die Regeneration

Zum Abschluss meiner Vorbereitung auf die Challenge Roth hieß es noch einmal ordentlich Gas geben. In Dießen am Ammersee stand eine Sprintdistanz, im Rahmen der Bayrischen Landesliga, auf dem Programm.

Bei Sturmwarnung ordentlichen Wellen und strömenden Regen wurden wir Athleten ins Wasser geschickt. Ich war zufrieden mit meiner Leistung und konnte die 750m in 12:48 min hinter mich bringen. Nach einem relativ langen Weg zur Wechselzone ging’s jetzt bei immer noch strömenden Regen auf eine Wendepunktstrecke die fünf Mal zu durchfahren war.

Durch die Kälte konnte ich nicht mein gewünschtes Tempo anschlagen. An den 180 Grad Wendepunkten fuhr ich extrem vorsichtig um ja keinen Sturz zu riskieren. Nach 32:19 min war die zweite Disziplin auch Geschichte. Ich lag an Position 13 zum Auftakt der letzten Disziplin.

Es ging auf fünf Runden á einem Kilometer. Die Strecke verlief auf einer Wiese und war ziemlich verwinkelt. Durch den strömenden Regen ziemlich aufgeweicht war es relativ schwierig ordentlich Druck zu machen. Ich konnte jedoch sofort nach der Wechselzone einige Athleten überholen und lag relativ bald an fünfter Stelle. Diese Platzierung konnte ich auch ins Ziel bringen (Laufzeit:18:04/ Gesamtzeit 1:03:12). Besonders mit meiner Laufleistung war ich an diesem Tag zufrieden. Ich bin gespannt was nächste Woche möglich ist in der letzten Disziplin. Es fühlte sich auch nochmal sehr gut an eine Stunde Vollgas zu geben.

Nächste Woche steht nur mehr leichtes Training auf dem Plan und zusätzlich werden die Energiespeicher gefüllt!

Auf der Homepage der Challenge Roth gibt es am Renntag einen Spitzen Liveticker bei dem man alles verfolgen kann. Ich starte in der ersten Startwelle gemeinsam mit den Profis um 6:30 Uhr. Meine Startnummer ist 151.

Würde mich freuen wenn Ihr mir die Daumen drückt!
Ich bin schon gespannt wie es mir am Solarer Berg ergeht. Die Vorfreude ist RIESIG!

Solarer Berg Quelle: Challenge Roth

Mit neuem Rad zum Heimrennen.

Bild

Gestern stand zum Abschluss einer umfangreichen Trainingswoche der Innsbruck Triathlon über die olympische Distanz auf dem Plan. Bild

Der Start erfolgte vom Land aus. Trotzdem blieben Feindberührungen aus und ich konnte schnell meinen Rhythmus finden. Drei Runden mussten im Baggersee absolviert werden. Die Landgänge brachten mich Erfahrungsgemäß immer etwas aus dem Rhythmus und ich musste einige Meter ein lockeres Tempo schwimmen. Nach 21:30 kam ich recht zufrieden aus dem Wasser. Leider kann man durch die Änderung der Streckenführung die Zeiten mit dem Vorjahr nicht vergleichen.Bild

In der Wechselzone freute ich dass ich meinen Trainingskollegen und starken Schwimmer Andi noch sehen konnte. So ging es motiviert auf mein neues Zeitfahrrad von CMT!3. Die ersten Kilometer geht es recht verwinkelt durch Kreisverkehre bis es dann die erste langgezogene Steigung hinaufgeht. Im Anstieg wurde mir klar, dass an diesem Tag keine Top zeit möglich ist. Es fehlte einfach die Spritzigkeit. Beim Wendepunkt lag ich an fünfter Position. Die Radrunde war ebenfalls dreimal zu absolvieren dadurch konnte man seine Position im Rennen sehr gut einschätzen. In der zweiten Runde wurde ich von zwei Mitstreitern überholt und ich konnte dem Tempo leider nicht folgen. Letztendlich kam ich nach 1:01:38h gemeinsam mit Andi in die Wechselzone. Der Abstand auf Platz fünf betrug ca. 30 Sekunden. Mit einem schnellen Wechsel konnte ich Andi bereits vor dem Lauf abhängen und machte mich auf die Jagd nach dem Fünftplatzierten. Zu laufen waren 4 x 2,5km ebenfalls eine Wendepunktstrecke inklusive 400m Steigung. Beim Laufen spürte ich die Belastung des Radtrainings nicht so stark und konnte die erste Runde mit ordentlich Druck absolvieren. Als ich das zweite Mal am Wendepunkt angekommen war konnte ich mich an die fünfte Positon setzen. Der Abstand zum nächsten Athleten vor mir betrug ca. zwei Minuten. Von hinten kamen keine Läufer mehr näher. Trotzdem versuchte ich mich noch ordentlich zu pushen für die letzten zwei Runden.

Bild

Das gelang mir nur bedingt, da einfach die direkten Konkurrenten fehlten. Am Ende konnte ich recht zufrieden in 2:01:01h ( 5. Gesamtrang / AK Elite I 1. Rang) finishen. Detaillierte Ergebnisse gibt unter: https://sites.google.com/a/ttci.at/internationales-innsbrucker-triathlonmeeting/ergebnisse Alle Fotos Copyright bei: http://www.sportfotos-andre.at/

Bild

Nun heißt es noch einige intensive und umfangreiche Trainings zu absolvieren damit ich topfit am 20. Juli in Roth an der Startlinie stehe!

Kona Diary: Race Day

The Big Day startete wie immer um ca. 3 Uhr Morgens mit essen. Recht zeitig um 4:50 Uhr ging’s dann Richtung Kona. Als erster Programmpunkt stand das sogenannte „Bodymarking“ an. Jedem Teilnehmer wird seine Startnummer mit einem Tattoo auf den Oberarm gedruckt. Hier kommt das erste mal richtige Weltmeisterschaftsstimmung auf. Anschließend wurden alle Teilnehmer beim „Medical Weigh-In“ abgewogen. Ab in die Wechselzone Radflaschen montieren und meine Eigenverpflegung abgeben. Dann verabschiedete ich mich von meinen Betreuern. Ich hatte noch etwas Zeit bis zum Start um mich zu sammeln bzw. zu fokussieren.

    

Nach dem Start der Profifrauen um 6:35 gings ins Wasser. Der Start erfolgt ca. 100m vor dem kleinen Strand im Wasser. Mein Gedanke war: „Hey wenn ich schon mal hier bin dann gleich in die erste Reihe!“ Je näher es zum Start ging umso enger wurde es. Die Athleten von hinten drückten nach vorne und an der imaginären Startlinie standen die Lifeguards und ahndeten jede „Übertretung“ mit einem Schubser nach hinten. Ich hatte vor dem Start eine kurze Panikattacke da ich mich kaum mehr über Wasserhalten konnte dadurch das die Athleten so dicht gedrängt schwammen.
DSC_1075 (Mittel)

Als dann um Punkt 7 Uhr endlich der erlösende Startschuss kam war dies nicht nur der Beginn der Ironman World Championships sondern gleichzeitig der Beginn einer großen Schlägerei. Ich versuchte mich so gut es geht aus dem Gerangel rauszuhalten. Allerdings lässt sich bei 1800 Age Groupern Feindkontakt kaum vermeiden. Vor allem bei den Bojen war das Gedränge unglaublich groß. Auf dem Rückweg hoffte ich, dass ich mich ein wenig freischwimmen kann. Dies gelang mir nur bedingt. Mein Traum vor dem Rennen war meine Schwimmzeit von Zürich zu toppen. Als es in Richtung Wechselzone ging kam mir das Schwimmen extrem lang vor. Vor dem Zugang zum Wechselzelt stand eine Uhr ich konnte es kaum fassen ich bin 1:02h geschwommen. 5 Minuten schneller als in Zürich.

Euphorisiert von meiner Schwimmzeit ging’s ins rappelvolle Wechselzelt. Zuvor noch das Salzwasser unter den Duschen abwaschen. Ich hatte Schwierigkeiten einen Platz im Wechselzelt zu finden um meine Sachen in Ruhe zu ordnen. Nach 2:40 min saß ich auf dem Rad.

DSC_0043 (Mittel)

Zuerst ging es auf einer ca. 10km langen Schleife einmal durch Kailua-Kona. Innerhalb des Stadtgebiets waren extrem viele Fans an der Strecke. Mein Ziel war mich nicht zu sehr mitzureißen lassen und fuhr meinen Rythmus. Auf der Strecke war sehr dichter Verkehr. Teilweise wurde in Dreier-Reihen nebeneinander gefahren. Zurück in Kona ging’s die Palani Road nach oben. Im Fernsehen schaut die Palani nicht so steil aus wie sie in Wirklichkeit ist. Vor allem beim Laufen muss man ordentlich kämpfen, dass man nicht zu gehen beginnt. Aber dazu später. Wenn man die Palani passiert hat geht’s auf den Queen-K Highway und das ist der Teil an den jeder denkt wenn er Hawaii hört. Sehr lange schnurstracks gerade Streckenabschnitte, flirrende Hitze und die Athleten aufgefädelt zu einer langen Perlenkette. Es geht recht hügelig bis zur Abzweigung Richtung Hawi. Ich versuchte mich gut zu ernähren und zu kühlen. Die Labstationen stehen im Abstand von ca. 11km. An jeder gab’s eine Flasche eiskaltes Wasser über den Kopf. Bis zur Abzweigung nach Hawi war der Wind gnädig mit uns. Auch in der Auffahrt nach Hawi war im Vergleich zu meiner Trainingsfahrt kaum Wind. Beim Wendepunkt angelangt bekam ich meine zwei Flaschen die ich vorbereitet hatte. Die Abfahrt ging schnell vorbei angetrieben vom Rückenwind. Zurück am Queen-K Highway begann dann erst das eigentliche Rennen. Es waren 120km auf dem Rad absolviert die Hitze wurde immer größer und auch der Wind nahm stetig zu. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich ca. mit einem 38er Schnitt unterwegs. In meinem Kopf drehten sich die Gedanken um eine neue persönliche Radbestzeit. Allerdings waren zurück nach Kona gefühlt doppelt soviele Hügel zu bewältigen als beim Hinweg. Die Hitze brannte auf der Haut und das Wasser das ich mir zur Kühlung über den Körper verteilte verdampfte binnen weniger Minuten. Die letzten 30 km zogen sich endlos lang dahin. Ich war sehr sehr froh als ich endlich den Airport erblickte und wusste, dass ich fast schon im Stadtgebiet bin. In Kona angekommen geht’s wieder auf den Ali Drive. Nach 5:01h, zwei Minuten über meiner Radbestzeit, nahm mir eine freiwillige Helferin mein Bike am Eingang der Wechselzone ab.

DSC_0180 (Mittel)

Die letzten 30 Kilometer auf dem Rad haben mich doch einige Körner gekostet. Aus diesem Grund hielt sich die Vorfreude einen Marathon zu laufen bei mir sehr in Grenzen. Im Wechselzelt herrschte wieder Hochbetrieb. Meine Wechselzeit wurde von einem Dixie-Besuch leider etwas verlängert.

Beim rauslaufen war die Stimmung einfach unglaublich. Den Ali-Drive hinauf und dann wieder rechts die Hualalai Road hinunter. Die ersten 15km geht’s in einer Wendepunkt Strecke am Ali Drive, parallel zum Meer, entlang. Ich versuchte meinen Rythmus zu finden. Allerdings kam ich nur sehr schwer in Gang. Die Hügel am Ali Drive taten ihr übriges. An jeder Verpflegungsstelle gab’s kaltes Wasser über den Kopf und Eis in den Anzug. Schön langsam kam ich ins Laufen auf dem Rückweg bei Laufkilometer 10 wechselte ich auf Cola. Der Zucker pushte mich in dieser schwierigen Phase des Rennens nach vorne. Zurück in Kona galt es die Palani Road zu bezwingen. Ich wollte auf keinen Fall zu gehen beginnen was mir gelang. Dadurch konnte ich einige Athleten überholen. Angekommen am Highway ist man wieder alleine unterwegs. Ein sehr starker Kontrast gegen die unglaubliche Stimmung am Alii Drive. An meinen Füßen machten sich Blasen bemerkbar, da diese durch das ständige kühlen mit Wasser schon auf dem Rad extrem aufgeweicht waren. Nichts desto trotz gings weiter den Highway entlang hinein ins Energy Lab. Die vielen Mythen das es hier besonders heiß ist konnte ich zum Glück nicht bestätigen. Es wehte eine Brise Wind zuerst in den Rücken nach dem Wendepunkt ins Gesicht. Dieser Wind sollte mich bis ins Ziel begleiten. Zum Ausgang des Energylab begannen die ersten Rechenspiele in meinem Kopf. „Es sind noch zehn Kilometer das könnte sich mit einem Sub 9:30 Finish ausgehen. Gib Gas!“ Und so startete ich einen langgezogenen Schlusssprint ich konnte noch einige Athleten überholen. Als es dann die Palani Road runterging begann ich zu feiern. Die Zuschauer peitschten mich mit den Worten „You’re almost there!“ und „Good job!“ auf den letzten Kilometer. Diese waren trotz schmerzender Beine einfach unglaublich. Am Alii Drive war die Stimmung unbeschreiblich ich feierte meinen Zieleinlauf als ob ich das Renenn gewonnen hätte!

DSC_0305 (Mittel)

Rückblickend glaube ich, dass dies mein bestes Rennen war das ich je gemacht habe. Durch den sehr starken Wind, die extreme Hitze und die zu bezwingenden Höhenmeter war das mit Abstand der schwierigste Ironman den ich gemacht habe. Genau so sollte es auch sein beim Ironman Hawaii.

DSC_0296 (Mittel)

Zum Rennen möchte ich noch anmerken: Es ist unglaublich wie perfekt die Veranstaltung organisiert ist. Es gibt kaum Wartezeiten beim Check-In oder bei der Registrierung. Jeder Handgriff sitzt. Die Helfer sind extrem freundlich und wissen auch über den Ablauf sehr genau bescheid.

DSC_0331 (Mittel)

Nach dem Bike Check-out ging ich mit meinen Begleitern nochmals zur Finishline und wir schauten uns die letzten zwei Stunden an der Ziellinie an. Die Stimmung war unbeschreiblich jeder Teilnehmer wurde von Mike Reilly mit den Worten „You are an Ironman!“ empfangen und gefeiert wie ein Sieger.

Es bleiben viele wunderschöne Erinnerungen an diesen langen Tag.

Vielen Dank für die vielen Glückwünsche sowohl vor als auch nach dem Rennen!

Ein besonderer Dank gilt meinen Sponsoren die mich unterstützt haben:

Vulkan USA, DEMA Engineering, Tri Out, Metzgerei Auernig und natürlich meiner Familie!

Vielen Dank!!

Nach einer langen Saison geht’s jetzt in die Offseason. Ein bisschen Abstand vom Triathlonsport gewinnen um dann wieder voll motiviert in die nächste Saison zu starten.

Aloha aus Hawaii

Bernhard

Ötzi und Rupertilauf

Im Hinblick auf meinen Saisonhöhepunkt stand letzte Woche ein umfangreicher Radblock auf dem Programm. Kern war am Mittwoch eine Radausfahrt über die komplette Strecke des Ötztaler Radmarathons. Die Bedingungen waren optimal für eine lange Radausfahrt. Im Gegensatz zum Radmarathon war der Startpunkt für mich allerdings in Innsbruck. Der Vorteil war, dass dadurch das Timmelsjoch nicht am Ende bezwungen werden musste allerdings brannte die Sonne unerbittlich am Kühtai. Schwierigkeiten bereitete mir der Anstieg zum Timmelsjoch bei dem die letzten Kilometer auf über 2000m absolviert werden mussten.

Bild

Der Spassfaktor bei 190km in Oetz, Richtung Kühtai abzubiegen war trotzdem sehr gering. Oben angekommen konnte ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages geniessen:

Bild

Das Gefühl am Abend auf 238km und 5500 Höhenmeter zurückzublicken ist trotz aller Strapazen einfach genial.

Seit dem Ironman Zürich hatte ich die meisten Laufeinheiten im Grundlagentempo absolviert.
Um mein Training mit etwas Tempo zu würzen entschied ich mich spontan für einen Start beim Rupertilauf in Seekirchen.

Bild

(c) Skiclub Seekirchen

Der Lauf führt über 10,2 km mit einer längeren Steigung und anschließendem Bergablauf. Ich hatte an dem Lauf bereits 2010 sowie letztes Jahr im Rahmen meiner Marathonvorbereitung teilgenommen. Ich versuchte vom Startschuss weg in der Spitzengruppe zu bleiben allerdings wusste ich, dass mir die Schnelligkeit etwas fehlt und so musste ich relativ bald eine Gruppe ziehen lassen. Bei Rennkilometer 5 ging es in die Steigung. Ich wurde von einem Mitstreiter eingeholt und konnte leider nicht mit dem Tempo mitgehen. Im anschließenden Bergabstück verlor ich ganz den Anschluss. So war ich im „Niemansland“ vor mir 4 Läufer die ich zwar im Blickfeld hatte aber nicht mehr einholen konnte und hinter mir weit und breit niemand zu sehen. Ich versuchte die restlichen 3 km bis ins Ziel so gut es ging Druck zu machen.

Bild

 

(c) Skiclub Seekirchen

Im Ziel stand eine Zeit von 38:15 min. Dies bedeutete den 5 Gesamtrang sowie den 2. Rang in der Allgemeinen Klasse.
Das Rennen stimmt mich zuversichtlich und ich werde versuchen die Zeit in Hawaii einfach 4 mal zu laufen 😉

Wie man auf dem Foto der Siegerehrung erkennen kann nutzte ich das schöne Wetter noch für eine ausgedehnte Radausfahrt.

Bild

 

(c) Skiclub Seekirchen

Aloha!

Berny

Ironman 70.3 Zell am See

Nach einer sehr intensiven und umfangreichen Trainingswoche stand gestern der Ironman 70.3 Zell am see am Programm. Bei sehr unfreundlichem Triathlonwetter war ich froh, dass ich nur in der Staffel als Schwimmer am Start stand. Bild

Die Staffelschwimmer wurden in der letzten Welle gemeinsam mit den Damen ins Wasser gelassen. Vom Start weg konnte ich vorne Weg schwimmen und versuchte mich an den Beinen der schnellen Staffelschwimmer zu halten. Nachdem sich bereits drei Startwellen vor den Staffeln in die Fluten des Zeller-Sees gestürzt hatten hieß es ab 500m, Slalom schwimmen und die langsameren Schwimmer zu überholen.

Nach 28:32 min konnte ich meinem Radfahrer den Zeitnehmungschip in der Wechselzone übergeben. Für mich war der Trainingstag allerdings noch nicht beendet. Zum „auslaufen“ ging es noch zwei Runden um den See. Während dem laufen feuerte ich die Radfahrer auf der regennassen Radstrecke an.

Gratulation an alle Finisher die bei diesen widrigen Bedingungen gefinisht haben! Hoffentlich haben die Veranstalter im nächsten Jahr endlich einmal Wetterglück.

Aloha!

Racereport

Slot-Vergabe: „HAWAII?“ Bernhard Mackner: „Ein klar und deutliches JA!“ Montag, 29.7.2013, Zürich, 17 Grad und Regen: Die Slot-Vergabe zur Ironman Weltmeisterschaft in Hawaii – mein Name wird aufgerufen – als Antwort gibt’s von mir ein klar und deutliches „Ja“. Begonnen hat alles etwas mehr als 24 Stunden früher am Ufer des Züri Sees bei deutlich höheren Temperaturen. Um 7 Uhr wurden ca. 2500 Athleten ins Wasser gelassen und somit der 17. Ironman Zürich gestartet und ich mittendrin. Meine Zielsetzung war das Rennen so locker wie möglich anzugehen und erst beim Marathon meine Karten auf den Tisch zu legen. Das Schwimmen, das aufgrund der hohen Wassertemperatur ohne Neo ausgetragen wurde, war eines der härtesten, bei dem ich dabei war. Ein Ellbogen hier in den Rippen, ein Halten da an den Beinen. Ich hatte etwas Probleme meinen Rhythmus zu finden. So gut es ging versuchte ich mich freizuschwimmen und nahm den einen oder anderen Umweg in Kauf um locker schwimmen zu können. Am Landgang auf der Safa-Insel zeigte die Rennzeit 32 Minuten und weiter ging‘s auf die zweite Runde. Deutlich besser, aber immer noch mit häufigem Körperkontakt, kraulte ich den Rest der 3,8 km fertig. Nach 1:07 h wurde ich an Land gespült und sprintete in die Wechselzone. Am Fahrrad war mein Ziel, wie bereits erwähnt, einfach locker zu bleiben, einen guten Rhythmus zu finden, mich gut zu verpflegen und nicht zu überhitzen. Auf der flachen Passage rund um den See war ich ständig am überholen. Ein ganz anderes Gefühl als vor einem Jahr. Damals hatte ich den Eindruck ich fahre am Ende des Feldes. Die Anstiege versuchte ich vor allem in der ersten Runde mit ganz kleiner Übersetzung zu fahren. Bei km 65 war ich dann plötzlich komplett alleine unterwegs und ich sah weder vor noch hinter mir Mitstreiter. Nun folgte die Abfahrt zurück zum See, welche bei ca. 80 km/h eine willkommene Abkühlung bot. Dann ging‘s wieder entlang des Ufers zum Heartbreak Hill. Hier kam mir die Spitzengruppe entgegen. Am Heartbreak Hill folgte einer der schönsten Abschnitte des Ironman Zürichs. Die Menschenmassen feuern einen an und man muss sich sehr zusammenreißen um hier nicht mit dem Adrenalin im Blut zu überzocken. Meine Betreuer Nadine und Christian standen bei der Verpflegungsstation um mir eine Flasche zu übergeben. Diese bekam ich erst nach einer kurzen Sprinteinheit von Nadine, da ich meinem angepeilten Zeitplan bereits voraus war. Bei der Abfahrt holte ich einige Athleten ein und ich fuhr mit Abstand bis ca. Rennkilometer 120 mit der Gruppe mit. Die Hitze war zu diesem Zeitpunkt bereits sehr groß. An jeder Labestation gab’s eine Flasche Wasser über den Kopf und Körper. Beim längsten Anstieg der Radstrecke rief mir ein Zuschauer zu, dass ich auf dem vierzigsten Gesamtrang lag. Diese Info bescherte mir einen ordentlichen Adrenalinstoß. „Verdammt reiß dich zusammen! Das Rennen ist nach dem Marathon zu Ende.“ sagte ich zu mir selber. Gegen Ende der Radstrecke war geplant, dass ich von Manuel ebenfalls eine Flasche bekomme. Allerdings war auch hier das Problem, dass der Coach noch nicht mit mir gerechnet hatte. Nach einer kurzen Schrecksekunde (Manuel wäre fast in ein Auto gelaufen) bekam ich aber wie geplant meine Verpflegung. Gut versorgt ging es somit in Richtung T2. Beim zweiten Mal den Heartbreak Hill nach oben war die Hitze fast schon extrem. Die letzten fünf Kilometer nutzte ich um mich auf den Wechsel vorzubereiten und meine Beine nochmals zu lockern. Nach 4:59 h stellte ich mein Rad in der Wechselzone ab. Vor dem Wechsel tauchten in mir die Fragen auf, die jeder Triathlet kennt: „Bin ich zu schnell am Rad gefahren?“ „Wie soll ich den Marathon anlaufen?“ Ich beantwortete die Frage einfach mit dem Motto meines Rennens „Immer locker bleiben“. So lief ich die ersten Kilometer los und versuchte in meinen Rhythmus zu finden. Mein Bauch fühlte sich durch die vielen Gels und Getränke beim Loslaufen gar nicht gut an. Nach 2 km hatte ich mein Tempo gefunden und ich fühlte mich besser. Bei Kilometer 5 bekam ich von Christian eine Flasche und eine Salztablette. Durch die hohen Temperaturen hatte ich Probleme die Tablette zu schlucken. Was folgte war eine „Krise“, die etwa 4 km dauerte. Durch den Einbruch entschloss ich mich nur mehr Cola zu mir zu nehmen. Ab diesem Zeitpunkt folgte immer das gleiche Prozedere bei den Labestationen: Schwamm über den Kopf, Wasser ins Gesicht und so viel Cola wie ich kriegen konnte. Den Rest der Laufstrecke zusammengefasst: 2. Runde ok, 3. Runde hart, 4. Runde einfach „nur“ mehr ins Ziel laufen und genießen. Die letzten Kilometer waren wirklich sensationell. Ich konnte, lautstark angefeuert von Manuel, noch einen langegezogenen Zielsprint hinlegen. Als ich in den Zielkanal einlief, zeigte der Zielbogen 9:28 h und die Freude kannte keine Grenzen! Ich hatte mich selbst überrascht. Ich wusste zwar, dass mir Hitzerennen gut liegen, allerdings weiß man nie, was bei einem so langen Rennen passiert. Während des Rennens hatte ich um mich herum fast nichts wahrgenommen.  Ich hatte keine Ahnung, an wievielter Position ich ins Ziel gekommen bin. Ich wollte mich auch nur auf mein Rennen konzentrieren.  Umso mehr war ich im Ziel gespannt, ob jemand aus meiner Agegroup schneller war. Es sollte noch ca. 1,5 h dauern, bis ich per Telefon erfuhr, dass ich meine Altersklasse gewonnen hatte und 4. bester Amateur wurde. Am meisten überraschte mich jedoch der  16. Gesamtrang von ca. 2500 gestarteten Athleten. Siegerehrung2 So schließt sich nun der Kreis: Nachdem ich vor ca. 8 Jahren das erste Mal von Triathlon gehört hatte und sehr fasziniert war. Nach einem Bericht eines Teilnehmers des Ironman Austria, der bei seinem ersten Start das Hawaiiticket löste beschloss ich: „Ich will nach Hawaii“. Zuerst musste ich allerdings Schwimmen lernen. Den Schwimmkurs machte ich beim Team Wyss, welches mich seither tatkräftig unterstützt und mit dem ich unzählige Trainingsstunden verbrachte. Nach fünf Jahren und einigen Trainingskilometern sollte beim Ironman in Zürich nun alles zusammenpassen und ich sicherte mir mein Ticket nach Hawaii. Jetzt gilt es gut zu regenerieren und am 12. 10. 2013 auf Big Island nochmals alles „rauszuhauen“. Ich bin schon gespannt, ob mir die Hawaiianische Hitze genauso gut liegt wie die Schweizer Hitze. Herzlichen Dank an alle, die mich auf meiner „Road to Kona“ begleitet haben! Aloha!