Challenge Roth: „Ironman Hawaii Sieger Bezwinger“

Der gestrige Tag ist ganz schnell zusammengefasst:

HEISS!

Begonnen hat er für mich bei angenehmen 21 Grad im Main Donau Kanal in Hilpoltstein. Ich durfte, in der ersten Startwelle um 6:30 Uhr, gemeinsam mit allen Profis starten. Bereits im Wasser war die Kulisse der unzähligen Zuschauer beeindruckend.

Swim

Nach dem Startschuss ging es gleich ordentlich zur Sache und ich versuchte am Sog der vielen schnellen Schwimmer dranzubleiben. Dies gelang mir sehr gut ich konnte immer den Anschluss an schnellen Schwimmern halten. Nach der ersten Wendeboje ging es vorbei an den gesamten Zuschauermassen. Selbst unter Wasser konnte man die Anfeuerungen hören. Rund 57 Minuten dauerte es bis ich aus dem Main-Donau-Kanal steigen konnte. Nach einem schnellen Wechsel stieg ich euphorisiert auf das Rad. Auch auf den ersten Kilometern der Radstrecke standen die Zuschauer dicht gedrängt. Ich versuchte mich bewusst zurückzuhalten um nicht gleich am Anfang zu überpacen.

Gemeinsam mit meinen Mitstreitern ging es vorbei an der Biermeile und den Selingstädter Berg hinauf Richtung Greding. In jedem noch so kleinen Dorf wurden wir Athleten lautstark von den Anrainern angefeuert. So rollte es richtig gut. Ich bremste mich immer wieder mit dem Spruch, dass das Rennen erst bei 120km auf dem Rad beginnt.

Bei Kilometer 70 ging es dann zum ersten Mal auf den Solarer Berg. Ab der Ortseinfahrt von Hilpoltstein sieht man bereits die Menschenmassen. Ein unbeschreibliches Gefühl ist es um die Kurve zu biegen und zum ersten Mal diese Szene während dem Rennen zu erleben! Ein Moment den ich nie vergessen werde.

 

Blick auf den Solarer Berg (c) Challenge Roth

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1,5km Dauergrinser

 

Nach einer kleinen Schleife ging’s vorbei am Schwimmstart auf die zweite Runde. Ab diesem Zeitpunkt war ich gefühlt nur mehr am überholen, da nun sehr viele Starter auf der Strecke waren. Meinen Verpflegungsplan konnte ich sehr gut einhalten und so verlief auch die zweite Runde ohne größere Vorkommnisse, außer dass sich die Beine schön langsam meldeten. Die Stimmung des Solarer Bergs trug mich bis in die zweite Wechselzone. Die Vorfreude auf den Marathon hielt sich sehr in Grenzen. Trotzdem gings nach nur einer kurzen Verschnaufpause in der Wechselzone weiter. Die Rennzeit von 5:50h ließ mich träumen. Ein 3:10h Marathon reichte aus um unter 9h Gesamtzeit zu bleiben. Die ersten Kilometer versuchte ich sehr locker anzulaufen. Bei Kilometer 5 gings dann in die Einsamkeit. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine größeren Probleme mit der Hitze. Doch von einem Moment auf den anderen wurde sie für mich unerträglich. Mein Laufen fühlte sich plötzlich überhaupt nicht mehr rund an und wurde eher zu einem schleppen. Bei der nächsten Labestation musste ich stoppen und leerte einige Becher Cola in mich hinein. Ich hatte Probleme mich auf den Beinen zu halten. Ich versuchte weiterzulaufen musste aber nach einigen Metern wieder stoppen. Mein Ziel von unter neun Stunden war zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr in meinem Kopf es ging nur mehr ums überleben. Ich konnte mich schlussendlich doch motivieren bis zur nächsten Labestation zu laufen. Bei jeder Labestation gabs Melone und 2-3 Becher Cola. Entgegen meiner eigenen Erwartungen hatte ich mich bis zur Halbmarathonmarke aus meinem Tief erholt. Ich definierte ein neues Ziel: Marathon Negativsplitting. Nach meiner verpatzten ersten Hälfte wollte ich wenigstens die zweite solide durchlaufen. Dies gelang mir erstaunlich gut.

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Kurz vor dem Ziel kam dann mein persönliches Highlight des Tages. Ich konnte Pete Jacobs überholen. Auch er musste der Hitze Tribut zollen und hatte einen Wandertag eingelegt. Das abklatschen mit dem Ex-Weltmeister gab mir nochmals einen ordentlichen Motivationsschub für die letzten Kilometer. Auf der Schleife durch die Rother Innenstadt war nochmals eine sensationelle Stimmung so vergingen die letzten Kilometer wie im Flug. Mit neuen persönlichen Bestzeiten in den ersten beiden Disziplinen konnte ich trotz der Probleme beim Laufen zufrieden die Finishline überqueren.

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Meine Zeit blieb bei 9:25h stehen was ebenfalls eine neue PB ist und gleichbedeutend mit dem 3. Platz in der AK M25 und bester Österreicher.

Sollte jemand den Gedanken im Kopf herumschwirren haben einmal in seinem Leben eine Langdistanz zu machen dann würde ich demjenigen Roth empfehlen. Die unglaubliche Stimmung an der Strecke sowie die Freundlichkeit eines jeden freiwilligen Helfers ist wirklich sensationell!

Vielen Dank für die vielen Glückwünsche sowohl vor dem Start als auch „im Ziel“.

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